Ⓜ MINT: Exkursion „Chemie und Umwelt“

Am Dienstag, den 12. Juni 2018, traf sich eine zwanzigköpfige Schülergruppe der Klassenstufe 12 mit Frau Ambros-Beck, Frau Walter und Herrn Dr. Goll, um zu einer viertägigen Exkursion zum Thema "Chemie und Umwelt" aufzubrechen. 
Jeder der vier Tage war einem bestimmten Oberthema zugeordnet, wobei zu allen Themen Material und Arbeitsblätter durchgearbeitet wurden, gegebenenfalls unterstützt durch passende Experimente.

Am ersten Tag war der Schwerpunkt die Bildung von Höhlen, bei der man das chemische Gleichgewicht am Beispiel verschiedenster Karsterscheinungen trefflich illustrieren kann. Die zentrale Rolle spielt dabei das sogenannte Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht, welches sowohl für die Auflösung als auch die Neubildung von Kalk verantwortlich ist. An diesem Tag stand der Besuch verschiedener Höhlen (Gustav-Jakob-Höhle und Falkensteiner Höhle) sowie eines Wasserfalls (Uracher Wasserfall) auf dem Programm, abends quartierten wir uns im Feriendorf Sonnenmatte ein, ganz in der Nähe der Bärenhöhle.

Der zweite Tag, an dem wir bei der Firma Korn Recycling GmbH in Albstadt-Ebingen eine der modernsten Gewerbemüllsortieranlagen zu Gesicht bekamen, stand ganz im Zeichen des Recycling. Nach einem interessanten Vortrag wurden wir durch das Firmengelände geführt, wo wir unter anderem der Sortieranlage direkt im Betrieb zuschauen konnten. Dort stehen nicht etwa fleißige Helfer am Band, um Papier von Kunststoff zu trennen - vielmehr kommen hochmoderne Röntgengeräte, Infrarotkameras, Elektromagneten, Induktionssysteme und vieles mehr zum Einsatz, basierend auf ganz unterschiedlichen physikalisch-chemischen Prinzipien. Eine der Errungenschaften der Anlage ist es zum Beispiel, Kohlenstaub zur Zementherstellung, der - wenig nachhaltig - aus Südafrika und Australien eingeschifft werden müsste, durch einen qualitativ hochwertigen Ersatzbrennstoff aus Gewerbemüll ersetzen zu können. Wohl den wenigsten war vorher klar gewesen, wie spannend Mülltrennung sein kann.

Am dritten Tag wandten wir uns der Analytik zu, und zwar speziell der Analytik von Gewässern. Unser Beispielgewässer war ein Stück des Oberlaufs der Donau - zwischen Thiergarten und Sigmaringen - wo wir eine Kanutour unternahmen, ein kurzes Referat zum Thema Gewässergüte hörten, Wasserproben zogen und bei bestem Wetter selbstverständlich die wild-romantische Landschaft genossen.

Am vierten Tag ging es weiter mit Analytik, diesmal aber mit Analyse des Bodens. Zunächst vervollständigten wir die Aufgaben zu den anderen Themen, die bis zum jetzigen Zeitpunkt teilweise noch nicht zu Ende gebracht worden waren. Dann nahmen wir auf dem Gelände des Feriendorfs Sonnenmatte Bodenproben, die wir - teils mit mitgebrachten Chemikalien, teils mit aus Pflanzen vor Ort selbst extrahierten Reagenzien - gleich untersuchten. Eine Fahrt mit der direkt neben dem Feriendorf befindlichen Sommerbobbahn und eine nette Unterhaltung mit Herrn Möck, dem Erfinder und Erbauer der Bahn höchstpersönlich, rundete das Programm ab.

Dr. Erich Goll